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KI kann prozesse nicht nur automatisieren, sondern auch analysieren und neu strukturieren. 


der wichtigere punkt ist: der größte nutzen entsteht oft nicht dadurch, einen schlechten bestehenden prozess schneller zu machen, sondern ihn grundsätzlich neu zu entwerfen. die KI könnte prozessdaten aus dienstplanung, tourenplanung, leistungsnachweisen, abrechnung, dokumentation und QM zusammenführen und daraus engpässe, doppelarbeiten, brüche, unnötige freigabeschleifen oder wiederkehrende fehler beheben.  daraus kann sie vorschläge für einen neuen soll-prozess ableiten.


konkretes beispiel wäre neuaufnahme. heute mehrere getrennte schritte:  stammdaten erfassen, pflegeanamnese , SIS erstellen, risiken einschätzen, maßnahmen planen, tour anpassen, mitarbeitende informieren, verordnung prüfen, abrechnung vorbereiten und QM-relevante angaben aktualisieren.


KI könnte einen zusammenhängenden workflow machen, bei dem informationen nur einmal erfasst und anschließend automatisch für die jeweils benötigten prozesse weiterverwendet werden. ähnlich bei einem krankheitsausfall:  statt „PDL bekommt anruf → prüft dienstplan → telefoniert mitarbeitende ab → ändert touren → informiert patienten → passt zeiten an“ 


ein neuer prozess könnte so aussehen: krankmeldung erfasst, system identifiziert betroffene touren, prüft verfügbare mitarbeitende und qualifikationen, erstellt alternative touren, berechnet fahrtzeiten neu und legt nur noch konfliktfälle einem menschen zur entscheidung vor. genau das ist process redesign und nicht bloß automatisierung.


KI kann: prozesse analysieren und unnötige schritte identifizieren, doppel- und mehrfachdokumentation erkennen, aufgaben nach „automatisierbar“, „prüfpflichtig“ und „fachliche entscheidung“ trennen, freigabeschleifen reduzieren, rollen und verantwortlichkeiten zuschneiden, standardisierte workflows entwerfen, ausnahmefälle definieren, bei denen zwingend ein mensch eingreifen muss, daten aus verschiedenen prozessen so verbinden, dass informationen nur einmal erhoben werden. wenn KI alle relevanten, aktuellen und verlässlichen rahmenbedingungen eines unternehmens zur verfügung stehen, kann sie auch komplexe soll-prozesse unter berücksichtigung rechtlicher, tariflicher, datenschutzrechtlicher, arbeitsrechtlicher und pflegefachlicher anforderungen entwickeln.



prozesse müssen durch fachverantwortliche geprüft und freigegeben werden. für die pflege wäre das eigentlich der entscheidende paradigmenwechsel:


nicht fragen: „wie kann KI unsere heutige bürokratie schneller erledigen?“ sondern: „welche teile dieser bürokratie brauchen wir überhaupt noch, wenn wir den prozess heute komplett neu aufbauen würden?“

das ist wesentlich radikaler – und vermutlich auch wesentlich wirkungsvoller.